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Zahl der Ausbildungsplätze in 10 Jahren um 50% gesteigert


Positive Bilanz des Gastgewerbes: Zahl der Ausbildungsplätze in 10 Jahren um 50% gesteigert

Hoteliers und Gastronomen lehnen Ausbildungsplatzabgabe kategorisch ab - Änderung des Jugendarbeitsschutzgesetzes gefordert

(Berlin, 13. Mai 2003)

Der DEHOGA (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband) hat sich bei seiner Jahres-Pressekonferenz am Dienstag in Berlin mit Nachdruck gegen eine immer wieder ins Spiel gebrachte Ausbildungsabgabe ausgesprochen. Hotellerie und Gastronomen hätten ihre Ausbildungsleistung in den letzten 10 Jahren um 50% gesteigert. "Mit über 90.000 Ausbildungsplätzen ist das Gastgewerbe der Ausbildungsmotor in Deutschland und kann auf Zwangsmaßnamen der Politik oder Belehrungen der Gewerkschaften gut verzichten", erklärt der Präsident des DEHOGA, Ernst Fischer. Auch Forderungen nach Übernahmegarantien gehen nach Fischers Worten an der Realität im Gastgewerbe vorbei. Der Wechsel des Arbeitgebers nach dem Ausbildungsabschluss gehöre für die Azubis zum klassischen Karriereweg.

Trotz der schwierigen konjunkturellen Situation in Deutschland und massiven Umsatzrückgängen im Gastgewerbe liegt die Zahl der Ausbildungsplätze mit einem Minus von 1,18% im Jahr 2002 nach aktuellen Daten nur geringfügig unter dem Vorjahreswert. Im Durchschnitt aller Branchen beläuft sich der Rückgang auf 7,1%. Auch die Ausbildungsquote - Auszubildender pro Beschäftigtem - liegt im Gastgewerbe mit 12% deutlich höher als in der übrigen Wirtschaft. Somit sei die leicht gesunkene Ausbildungsleistung des Gastgewerbes auch nicht den Unternehmen anzulasten, sondern einer bedrückenden gesamtwirtschaftlichen Lage und beschäftigungsfeindlichen Rahmenbedingungen in Deutschland.

Eine Strafabgabe für Betriebe, die nicht ausbilden, würde die finanziellen und bürokratischen Belastungen in den Unternehmen noch weiter erhöhen und sei völlig kontraproduktiv. Stattdessen müsse die Politik endlich ausbildungsfördernd handeln. Als effektive und kostenneutrale Sofortmaßnahme regt Fischer daher die Änderung der starren Vorschriften des Jugendarbeitsschutzes an, um Haupt- und Realschülern wieder bessere Chancen bei der Ausbildungsplatzsuche zu garantieren.

Denn die derzeitige Regelung verbiete es, Jugendliche im Gastgewerbe nach 22 Uhr zu beschäftigen, erklärt Fischer. "Das antiquierte Jugendarbeitsschutzgesetz führt dazu, dass bei der Einstellung oftmals Volljährige bevorzugt werden. Haupt- und Realschüler haben aufgrund ihres jugendlichen Alters das Nachsehen. Junge Menschen sollten deshalb bis mindestens 23 Uhr arbeiten dürfen!", fordert Fischer, der sicher ist, dass es im Gastgewerbe so in diesem Jahr gelingen kann, noch mehr jungen Menschen einen optimalen Start in den Beruf zu gewährleisten, wenn die Regierung diesem Vorschlag folge.

Fischer appelliert an alle Betriebe, bei der Ausbildungsleistung gerade in schwierigen Zeiten nicht nachzulassen, um somit auch dem in wenigen Jahren drohenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Der DEHOGA-Präsident ist überzeugt, "qualifizierte Ausbildung rechnet sich nicht nur; sie ist die beste Investition in die Zukunft der Branche."

Außerdem bestärkt Fischer die Betriebe, vermehrt Schnupperpraktika anzubieten, damit die Jugendlichen bei ihrer Entscheidung ein realistisches Bild von den branchentypischen Gegebenheiten, wie zum Beispiel atypischen Arbeitszeiten im Gastgewerbe, erhalten.

Zugleich fordert DEHOGA-Präsident Fischer die Politik auf, durch Verbesserungen im schulischen Bereich die Ausbildungsfähigkeit zu steigern.

Die Jugendlichen selbst ermuntert Fischer, die Jobsuche mit Engagement zu betreiben. Da es im Osten mehr Bewerber als Stellen und im Westen mehr Lehrstellen als Bewerber gebe, sei die Bereitschaft zur Mobilität und Flexibilität die beste Voraussetzung, das Ausbildungsplatzangebot in Hotellerie und Gastronomie individuell und optimal nutzen zu können.

Beruf
2001
2002
Entwicklung in %
Koch/Köchin
39.095
38.073
-2,6
Restaurant-fachmann/-frau
14.961
14.662
-2,0
Hotelfachmann/-frau
30.087
29.818
-0,9
Hotelkaufmann/-frau
1.337
1.369
+2,4
Fachmann/-frau f. Systemgastronomie
2.013
2.336
+16,5
Fachkraft im Gastgewerbe
5.571
5.710
+2,5
Summe
93.064
91.968
-1,18
Aktuelle Entwicklung aller fortbestehenden und neu begonnenen Ausbildungsverhältnisse nach Berufen 2001-2002
 
Entwicklung aller fortbestehenden und neu begonnenen gastgewerblichen Ausbildungsverhältnisse 1992 bis 2002

Quelle: Dehoga.de



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